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Finnland stellt den neuen Weltmeister
23.07.2006

Im vorletzten der neun Läufe zur WM der Amateur-Trabrennfahrer am späten Samstagabend auf Italiens »Derby«-Piste Tor di Valle in Rom stellte der Finne Kimmo Hämälainen die Weichen zum Gesamtsieg.

Der 37-Jährige hatte nach dem zweiten Tag noch mit einem Punkt Rückstand auf den Kanadier Howard Gelfand an zweiter Stelle gelegen, gewann dann aber mit dem 28:10-Favoriten Ablativo EF das zweite Rennen des Abends, während der Mann aus Übersee mit einem Außenseiter disqualifiziert wurde und damit plötzlich neun Punkte Rückstand auf Hämälainen hatte. Da zuvor schon der mit dem Finnen gleichauf liegende Däne Iver Jessen ebenfalls nur einen Punkt ergattert hatte, war dieser plötzlich »allein auf weiter Flur«.

So reichte ihm ein siebter Platz im abschließenden Rennen, an dem wieder alle Fahrer teilnahmen, um mit insgesamt 66 Punkten den Titel unter Dach und Fach zu bringen. Es war der zweite WM-Sieg für das nördlichste Land Europas, 2002 hatte Hannu Laakkonen bei den Läufen in Dänemark triumphiert. Gastgeber Italien musste dieses Mal mit Rang zwei zufrieden sein, den allerdings nicht Titelverteidiger Mauro Biasuzzi (Achter), sondern Alessandro Raspante sicherstellte. Obwohl erst 33 Jahre alt und damit der jüngste Teilnehmer der Titelkämpfe, hat der Lokalmatador laut F.E.G.A.T.-Unterlagen schon mehr als 830 Rennen gewonnen.

Während der WM fuhr Raspante - nach zwei Disqualifikationen - »wie der Teufel«, machte Punkt um Punkt gut und hätte selbst »Gold« gewonnen, wenn es ihm im direkten Duell mit Hämälainen im vorletzten Lauf gelungen wäre, den Nordeuropäer zu bezwingen. Der aber rettete sich mit einem »Kopf« Vorsprung ins Ziel und machte damit die entscheidenden vier Punkte mehr als der Italiener. Ähnlich stark wie er präsentierte sich Virginie Boudier-Cormy, die einzige Frau unter den 14 Teilnehmern. Sie gewann beide Läufe am Samstag, wurde mit 29 Punkten Tagessiegerin und katapultierte sich noch auf den dritten Platz in der Gesamtwertung. Sie ist auch erst 34 Jahre alt, womit die drei jüngsten Teilnehmer der Titelkämpfe auch auf die »Stockerlplätze« kamen.

Für Deutschlands Vertreter, den Europameister Klaus tho Seeth aus Horst bei Elmshorn, lief es angesichts der ihm zugelosten Pferde nicht einmal schlecht. 54 Punkte bedeuteten am Ende hinter den punktgleichen Marc de Soete (Belgien) und Iver Jessen Rang sechs, womit der Landwirt zweifellos zufrieden sein darf. Um zumindest Rang drei - wie Joachim Kaiser im Vorjahr - zu erringen, hätte er zumindest einmal gewinnen müssen, was aber mit diesem Material praktisch unmöglich war.

Damit bleiben Edelbert Ohmer (1984) und Xaver Schachtner (1998) die einzigen deutschen Titelträger bei der zum dreizehnten Mal seit 1972 ausgetragenen
Meisterschaft. Hollands Fred Handelaar verlor am letzten Tag noch einiges an Boden und beendete die Titelkämpfe als Neunter, gleichauf mit dem Österreicher Josef Maier.

Die Abschluss-Tabelle:

1. Kimmo Hämälainen (Finnland) - 66 Punkte
2. Alessandro Raspante (Italien) - 62 Punkte
3. Virginie Boudier-Cormy (Frankreich) - 60 Punkte
4. Marc de Soete (Belgien) - 59 Punkte
4. Iver Jessen (Dänemark) - 59 Punkte
6. Klaus tho Seeth (Deutschland) - 54 Punkte
7. Howard Gelfand (Kanada) - 51 Punkte
8. Mauro Biasuzzi (Italien) - 49 Punkte
9. Fred Handelaar (Niederlande) - 46 Punkte
9. Josef Maier (Österreich) - 46 Punkte
11. Colin Redwood (Australien) - 39 Punkte
12. Tommy Holmgren (Schweden) - 36 Punkte
13. John Bennett (Neuseeland) - 28 Punkte
14. Lon Frocione (USA) - 27 Punkte

Zu den Fotos:
Der neue Weltmeister bei der Siegerparade nach dem Erfolg mit Ablativo EF

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21.07.2006

Korrekturen notwendig
21.07.2006

Nach dem zweiten Tag der Weltmeisterschaft der Amateurfahrer in Italien wurde uns (endlich) ein offizieller Zwischenstand mitgeteilt, der einige Korrekturen des gestern veröffentlichten Ergebnisses vom ersten Tag in Neapel notwendig macht, weil man auf den einschlägigen Internetseiten ganz offenbar etwas nachlässig mit den Resultaten aus dem Süden umgegangen ist.

Der nach den drei einleitenden Läufen führende Kanadier Howard Gelfand verteidigte mit einem zweiten und fünften Rang in Rom, wo wegen Pferdemangels zwei mit nur jeweils sieben Fahrern besetzte »Abteilungen« und ein »vollständiger« Lauf ausgetragen wurden, die »pole position«, während der bis dahin mit ihm gleichauf liegende Finne Kimmo Hämälainen in der »Ewigen Stadt« einen Punkt weniger als er sammelte und nun – gemeinsam mit dem Dänen Iver Jessen – auf Platz zwei rangiert. Dieser gewann am zweiten Tag eine der beiden Abteilungen und auch den zweiten Lauf, wurde mit 29 Punkten Tagessieger und hat nun 47 Zähler auf dem Konto.

Hinter diesem Trio klafft eine Lücke von sechs Punkten zu dem italienischen Vertreter Alessandro Raspante (41), der nach zwei Disqualifikationen nun »wie aufgedreht« fährt, zwei Mal gewann und den fünften Lauf als Zweiter beendete. Dichtauf folgen sein Landsmann und Titelverteidiger Mauro Biasuzzi (40), der Belgier Marc De Soete (40) sowie Europameister Klaus tho Seeth (39), der die »kleine« Abteilung als sechster von sieben Teilnehmern (zwei Punkte) verpatzte, dann aber als Dritter des zweiten Tageslaufes wieder enorm Boden gutmachte. Nur neun Punkte hinter der »Tabellenspitze« ist der Rückstand in Bezug auf den Titelgewinn noch nicht aussichtslos.

Da aber am Samstag ebenfalls nur zwei Fahrten für jeden Teilnehmer anstehen und die von ihm zu fahrenden Pferde einen wahrhaft »grausigen« Formenspiegel aufweisen, wird es sicher nicht leicht für den 56-jährigen Landwirt aus Elmshorn, nach dem Gewinn des kontinentalen Wettbewerbs auch dem WM-Titel zu erringen.

Hier nun die offizielle Reihenfolge nach jeweils fünf Fahrten:

1. Howard Gelfand (Kanada) – 48 Punkte
2. Kimmo Hämälainen (Finnland) – 47 Punkte
2. Iver Jessen (Dänemark) – 47 Punkte
4. Alessandro Rispante (Italien) – 41 Punkte
5. Mauro Biasuzzi (Italien) – 40 Punkte
5. Marc De Soete (Belgien) – 40 Punkte
7. Klaus tho Seeth (Deutschland) – 39 Punkte
8. Fred Handelaar (Niederlande) – 38 Punkte
9. Josef Maier (Österreich) – 33 Punkte
10. Virginie Boudier Cormy (Frankreich) – 31 Punkte
11. Tommy Holmgren (Schweden) – 30 Punkte
12. Colin Redwood (Australien) – 29 Punkte
13. Lon Frocione (USA) – 24 Punkte
14. John Bennett (Neuseeland) – 19 Punkte

Heinz Wewering hatte an diesem Abend drei Auftritte, von den er für seinen neuen »Arbeitgeber«, die Scuderia Mondial Sport, zwei in volle Erfolge umwandeln konnte. Mit dem Supergill-Sohn Face to Face SM, der als 16:10-Favorit sein viertes Rennen in diesem Jahr gewann, setzte er sich nach einer halben Runde an die Spitze, wobei er im ersten Bogen auch die dritte Spur nicht scheute. In 1:17,6 / 2.040 Meter war der Vierjährige zum Schluss überlegene Ware, auch wenn man lange den Eindruck hatte, er sei noch sehr unreif und habe Probleme mit einer flüssigen Trabaktion.

Ähnlich gestaltete Wewering mit dem ein Jahr jüngeren Muscles Yankee-Sohn Giants Yankee BSM den abschließenden »Premio Malmoe«. Nach früher Offensive löste sich der Hengst, mit dem der »Goldhelm« vor drei Wochen schon einmal Vierter war, in der Distanz klar von den Konkurrenten, musste aber bis zur Linie immer wieder erinnert werden, dass das Rennen noch nicht vorbei war.

Wewering war auch bei seinem dritten Engagement mit Höwings Henry favorisiert, doch landete der Bernas Storm-Sohn, der sich am Start und im ersten Bogen ganz offenbar (die Fernsehbilder zeigten dies nicht stichhaltig) ein paar kurze Rumpler geleistet hatte, frühzeitig am Turm. Weder Wewering noch der Kommentator in Rom schienen sich dessen bewusst zu sein, Höwings Henry rückte jedenfalls schnell wieder auf, übernahm nach dem aufwändigen Rennen zu beginn des Einlaufs sogar die Führung, war dann aber in der Distanz doch mit den Kräften am Ende und im Ziel nur noch Fünfter.

Zu den Fotos: Iver Jessen aus Dänemark (oben beim Sieg mit Fluro Mac) und der Italiener Alessandro Raspante (unten bei der Siegerehrung) waren die herausragenden Akteure am zweiten Tag der Amateur-WM in Rom

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